Donnerstag, 14. März 2013

Schwimmhilfen ja oder nein?

Beim Training im Schwimmbad sehe ich immer wieder Schwimmer, die trainieren stundenlang mit Schwimmhilfen wie Paddles und Pullbuoy. Da wird eine Bahn nach der anderen mit den Paddles an den Händen und dem Pullbuoy zwischen den Beinen durch das Oly gezogen, oft das gesamte Training lang. Da fragt man sich natürlich, ist das richtig, sollte ich das auch machen?

Neulich unterhielten sich sogar zwei im Wasser über ihr Training. Der eine meinte, dass er jetzt zum Abschluss noch 1000m mit Paddles schwimmen müsse, denn 1000m mit Pullbuoy und 2000m mit Paddles und Pullbuoy hätte er heute schon geschwommen. Der andere daraufhin, dass er ja nur mit beiden schwimmt (Pullbuoy Paddles), da ja sonst die Wasserlage zu schlecht sei. Nur im Wettkampf könne er das viele Training nicht umsetzen. Er wisse gar nicht woran das liegt, Sprache und zog mit de Paddles weiter seine Bahnen.

Und damit sind wir genau bei dem Punkt. Die ganzen Schwimmhilfen bringen natürlich eine Menge Auf- und Vortrieb, was sich natürlich positiv auf die Wasserlage auswirkt. Aber werde ich damit auch schneller bzw. ein besserer Schwimmer? Ich meine nein, aber die Meinungen dazu gehen weit auseinander und werden im Internet zum Beispiel sehr konträr diskutiert. Aber was ist nun richtig?
Was mir bei meinen Beobachtungen extrem aufgefallen ist, dass die wirklich schnellen Schwimmer, also diejenigen die die 1500m um die 20min schwimmen, schwimmen alle ohne diese Hilfen im Training. Selbst Kraulbeine machen die Schnellen ohne Schwimmbrett. Nein stimmt noch ganz, manche stellen es senkrecht ins Wasser, um noch mehr Widerstand zu erzeugen.

Wie trainiere ich nun richtig und wie setze ich die Hilfen zielgerichtet ein? Bei meinen Schwimmkursen haben wir die Hilfsmittel nur dosiert eingesetzt. Die Hilfen wurden nur da verwendet, wo sie uns unterstützt haben. Den Pullbuoy zum Beispiel dafür, um sich bewusst auf den Armzug zu konzentrieren. Die Fingerpaddles, um die Eintauchphase der Hand zu üben.
Im Schwimmcamp des Bayerischen Triathlonverbandes z.B. sind wir alle Übungen ohne Tools geschwommen. Und in der Schwimmliteratur wird auch nur ein begrenzter Einsatz der Tools empfohlen.
Einzigst im Internet gibt es die auch entgegengesetzten Meinungen. Die Argument der Befürworter von den Tools lauten in etwa so, dass durch den langen Einsatz der Paddles die Kraftausdauer trainiert wird oder der Pullbuoy die Wasserlage verbessert und ich so lerne auch lange Strecken mit guter Wasserlage zu schwimmen und die Flossen würden den kräftigen Beinschlag auch auf lange Strecken trainieren.

Zwei starke Argumente sprechen meiner Meinung nach gegen den langen Einsatz. Wirklich schneller werde ich nur mit einer Verbesserung der Schwimmtechnik. Welchen Einfluss aber hat langes mit Paddles schwimmen können auf die Schwimmtechnik? Wenn ich ohne Paddels keine vernünftige Stellung Hand, Unterarm zu  Wasser habe, werde ich sie auch mit Paddles nicht haben. Ich muss daher versuchen meine Fehler zu korrigieren und nicht versuchen sie mit Hilfsmitteln zu überdecken.   


Für mich habe ich entschieden die Schwimmhilfen auch weiterhin nur begrenzt einzusetzen.
Und so sieht mein Schwimmtraining aus. Einzigst im Technikteil verwende ich die Tools:
  • 400m   Einschwimmen (Brust, Rücken, Kraul und Schwimmerkombi)
  • 700m   Technikteil (Wassergefühl, Kraulbeine, Paddles, Armzug mit Pullbuoy, Wasserballkraul, 5verAtmung)
  • 1500m Hauptteil (Ausdauer, Kraftausdauer und oder Sprinteinheiten)
  • 400m   Ausschwimmen (Brust, Rücken)

Im nächsten Blog schreibe ich etwas wozu die Schwimmtools nutzen und wann ein Einsatz meiner Meinung nach sinnvoll ist.

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