Freitag, 27. Juli 2012

Bergtraining am Spitzingsattel ....

Irgendwann muss ich mich nun mal entscheiden, ob ich den Garmin Alpentriathlon dieses Jahr schon angehen möchte oder doch erst nächstes Jahr. Der zweite Hauptgrund meines Zögerns ist die heftige Radstrecke. Auf der kommt nach schon 400 HM am Ende noch ein fast 4 Kilometer langer Anstieg mit ca. 400 m Höhendifferenz auf einen zu. Im Schnitt sind das bis zu 11% Steigung. Junge, Junge - das wird sehr hart werden.
Vom Spitzingsattel hört man ja so manche Geschichte, wie "Beim ersten Mal bin ich da nicht hochgekommen" - ob wahr oder nicht, es erhöht den Respekt vor dem Anstieg auf jeden Fall mal gewaltig. Angst haben und kneifen gilt aber nicht und so ist Ausprobieren das Motto der Stunde. Danach weiß ich wenigstens woran ich bin. So hab ich mir einen freien Tag mit schönen Wetter ausgesucht und bin Frühmorgens zum Spitzengsattel gefahren. Zumindest einmal sollte er erklommen werden.

Strahlend blauer Himmel und warme 26 Grad erwarteten mich am Parkplatz unterhalb des Aufstiegs. Voller Tatendrang hab ich das Rennrad aus dem Kofferraum geholt und wieder zusammen montiert, alles startklar gemacht und los konnte es gehen. Auf dem Parkplatz war noch ein anderes Pärchen am Vorbereiten der Ihrigen Tour. Ein kurzer Plausch über den heftigen Anstieg und ob wir uns zum Triathlon im September wiedersehen würden. Ich gab unumwunden zu, dass ich es noch nicht so genau wüsste, und das von den heutigen Ergebnissen abhängig machen würde. Wir wünschten uns noch viel Spass für den Tag und die beiden entschwanden in eine andere Richtung.
Für mich stand nun die Rampe auf dem Programm. Gemütlich einrollen ist nicht. Gleich nach dem Parkplatz geht’s schon mit 9% Steigung los. Also Vorne gleich auf das kleine Ritzel geschalten und langsam mit nicht zu viel Krafteinsatz los geradelt. Ruhiges gleichmäßiges treten und nur nicht an das Denken was noch vor mir liegt. Die ersten 100 HM sind geschafft, auf dem hinteren Ritzel ist nur noch ein leichterer Gang drauf und es ist sack anstrengend.

Der Puls ist bei gefühlten 100%, schneller geht’s wirklich nicht und langsam fangen die Beine an zu brennen. Auf etwa der Hälfte überhole ich ein eine etwas älteren Mountainbiker, der hat aber noch deutlich mehr Gänge zur Verfügung. Ich hab inzwischen auf die kleinste Übersetzung schalten müssen. Dann lichtet sich der Wald und es ist nicht mehr so weit bis zum Sattel. Dennoch, dieses Stück zieht sich. Oben angekommen bin ich außer Puste und platt, aber ich hab's in einem Rutsch geschafft.

Nach kurzer Pause wieder hinunter gerollt zum Ausgangspunkt. Am Auto etwas Energie und Flüssigkeit getankt und auf ging’s zum zweiten Anlauf. Jetzt war die erste Anstrengung deutlich zu spüren. Schon nach den ersten 100 HM bin ich auf dem kleinsten Gang. Da heißt es nun Zähne zusammenbeißen. Ab der Hälfte laufe ich im Roten Drehzahlbereich. Alles brennt und da sind keine Reserven mehr in den Beinen. Ich muss schon des Öfteren quer zur Fahrbahn fahren, da hilft jetzt nur noch der Wille.
Von Hinten kommt langsam ein anderer Rennradfahrer ran. Der wird mich noch vor oben kassiert haben. Der Wald lichtet sich wieder und ich weiß, dass es bald geschafft ist. Immer mal wieder ein Querpassage eingeschoben, das entlastet. Als ich überholt werde entpuppt sich der Fahrer als Fahrerin. Sie begrüßt mich lächelnd mit den Worten "Ganz schön Taff hier, nicht?". Ich kann Ihr nur wortlos nickend bestätigen. Und dann hab auch ich es endlich geschafft. Völlig am Ende, mit weichen Knien leg ich mich auf den Parkplatz. Das war‘s für heute. Nachdem ich wieder bei Kräften bin noch ein Bild geschossen und ab geht’s zum Auto und Richtung München.


Spitzingsattel - ganz schön Taff - Yes! 


    

    

Donnerstag, 19. Juli 2012

Firmenlauf 2012

Das alljährliche B2RUN Lauf-Event steht wieder an. 30.000 Laufbegeisterte treffen sich im Olympiapark um am Firmenlauf teilzunehmen. So auch dieses Jahr wieder. Wer es noch nicht erlebt hat wird es nicht glauben. Unglaubliche Massen am Start.

Ich bin schon recht Früh dran, da ich mir noch einen Platz in der Parkhaus sichern wollte. Mein Laufpartner dagegen steckt noch in einer Telefonkonferenz. So hole ich seine Sachen mit ab.
Nach einer Stärkung am Firmenstand treffen wir uns dann auch. Allerdings ist er ziemlich spät dran. Genau 5 min vor dem Startschuss trifft er ein.

Somit bleibt uns nur ganz hinten zwischen den Walkern uns einzureihen. Und dann passiert erst mal garnichts. Wir stehen und stehen und nix geht vorwärts. Inzwischen laufen die führenden Läufer hinteren schon vorbei. Die haben es gleich geschafft.

Nach 20 min geht's dann wenigsten etwas in Richtung Start. Und so arbeiten wir uns langsam voran. Im Stadion nebenan werden schon die Sieger gefeiert und wir sind noch nicht mal losgelaufen. So.ist halt B2RUN - Spass macht's dennoch. Nach 56 min geht's dann endlich über die Startlinie.


Der Lauf an sich ist ein ständiges suchen nach dem optimalen Weg auf dem Slalomparkour. Rechts, Links, durch die Mitte, abbremsen und beschleunigen. Das kostet Kraft. Die Rushhour auf der Strecke hält bis zum Ziel. Selbst beim Zielsprint muss ich mich noch durch Massen kämpfen. Egal - 32 min sind nicht so schlecht und Spass hat's auch gemacht, was will man mehr.

Mit einem kühlen Erdinger Alkoholfrei genießen wir dann noch ein wenig die Stimmung im Stadion, bevor es Richtung Dusche nach Hause geht.

Donnerstag, 12. Juli 2012

Trainingsfelder:

Der Tegernsee Triathlon hat es gezeigt. Ich habe noch viel zu lernen. Am besten geht dies im Training. Daher habe ich mir die wichtigsten "Lessons learned" zuzammengstellt und will dies als Vorgabe in mein Training einzubauen:   
  1. Im Neopren zu schwimmen ist sehr anstrengend, da du ständig gegen einen Widerstand arbeitest, wenn der Arm über Wasser zurückgeholt wird. Daher ist Kraftausdauer für die Schulter Muskeln sinnvoll und muss in mein Training eingebaut werden. Seitliches Heben des Arms gegen einen Widerstand ist das Mittel der Wahl. 
  2. Die Rad- sowie die Laufstrecke waren jeweils profiliert. Entsprechend anstrengend war es auch. Was ich mir an Vorsprung auf den geradeaus Strecken erarbeitet hatte, büsste ich am Berg wieder ein. Das fand ich nicht so prickelnd und muss anders werden. Bergtraining für Rad und Laufen gehört daher dringen in mein Traingsprogramm. 
  3. Orientierung und gerade aus Schwimmen waren nicht unbedingt meine Stärken beim Tegernsee Triathlon. Gefühlt bin ich 800 statt 600 m geschwommen. Das lag zum einem am ungleichmäßigem Zug und zum anderen, dass ich mich kaum orientieren konnte. Daher muss ich unbedingt das Openwater schwimmen trainieren.
  4. Im Neo bin ich nicht sauber geschwommen. Kein Rhythmus, hektisch und nicht kontrolliert. Kaum Beinarbeit - Neo schwimmen ist anders und muss trainiert werden


    Nun gilt es das gesagt umzusetzten, Buch und DVD sind schon bestellt, die Gummiexpander aus dem Keller geholt. Nur Hügel sind in dem Flachland um mich herum ein Problem. Da muss ich wohl ab und zu mal früher Feierabend machen und in die Berge fahren.

Sonntag, 8. Juli 2012

Rookie zahlt Lehrgeld beim Tegernsee Triathlon




Heute nun stand mein zweiter Triathlon auf dem Programm. Dazu hatte ich mir den Tegernsee Triathlon ausgesucht, der laut Beschreibung sein kleiner, feiner und eher familiär zugehender Triathlon sein sollte. Dazu mit traumhafter Alpenkulisse, was will man mehr.
Um 6:20 ging's zu Hause los in Richtung Alpen. Diesmal hatte ich meinen eigenen Fanclub mit dabei, Irux und eine Freundin von uns. Beide waren noch recht müde und bedauerten bestimmt die Zusage des Mitkommens. Meine Sachen hatte ich schon am Vorabend ins Auto gepackt und so gings stressfrei los auf die Autobahn. In Tegernsee angekommen war dann ein Parkplatz auch schnell gefunden. Selbiger war schon stark befüllt mit den anderen Mitstreitern. Ein Blick zeigte, hier ging es deutlich professioneller zu als beim München Triathlon. Das konnte man sofort an der Ausstattung der Räder erkennen. Fast alle waren entweder reine Triathlon Räder oder zumindest mit Aero-Laufrädern und Aerolenker ausgestattet. Nicht unbedingt das, was man von einem familiären Triathlon erwartete. Beim genauen hinsehen waren dann aber doch das eine oder andere Strassenbike zu erkennen.

Naja nicht verzagen und Letzter werde ich schon nicht werden. Also Rad und Box für die Wechselzone unter den Arm geklemmt und erst mal die Startunterlagen abgeholt. Diese gab's im Zelt neben dem Zielbereich. Dann schnell die Aufkleber auf Rad und Helm geklebt, ui die werden aber schwer wieder runtergehen.
Beim Check-In gab's keine Probleme und meine Nummer in der Wechselzone war schnell gefunden. Also Rad abgestellt und die Sachen hinsortiert, den Ablauf noch mal durchgehen und fertig.
In dem Augenblick hatte ich schon zwei Fehler gemacht, wie ich später feststellen sollte.

Nun hieß es warten, bis die Sprintdistanz an der Reihe war. Daher hab ich mir den Start der Olympischen Distanz mit angeschaut und für mich entschieden, dass ich Links starten möchte.
Vorsichtig in den Neo gepresst und diesen gewässert, damit er besser sitzt. Und dann war es auch schon soweit. Der Schwimmeinstieg wurde geöffnet. Mein Fanclub wünschte mir noch viel Glück und auf ging's ins Wasser zum Einschwimmen.

Kurz vor dem Start dann links eingereiht. Man o Man bin ich nervös. Drei, Zwei, Eins .... der Spass beginnt. In der Seesuppe ist fast nichts zu sehen. Ca. 1m Sichtweite erlauben nur den Nachbarn zu erkennen. Wupp hab ich die erste Hand im Gesicht. Ich versuche etwas Abstand zu halten, plötzlich bin ich alleine. zuweist nach links gekommen, also wieder zurück zu den Massen. Dann schwimmt mir jemand quer über die Arme - kein Wunder habe ja auch senkrecht auf das Feld zugehalten.
Ich schaffe es  nun irgendwie mich mit dem Feld zu bewegen. Der Schwimmer neben mir hat mein Tempo und ich passe auf ihn nicht wieder uu verlieren. Die Boje sehe ich nicht, wenn ich den Kopf aus dem Wasser hebe. Dazu scheint das Sichtfeld zu klein. Doch dann ist sie irgendwann zu erkennen und ich bin zu weit Links. Ein ganz schönes Gedränge um die Boye herum. Wusch den nächsten Arm im Gesicht und im Zick Zack zu nächsten Boje, kurz davor noch einen Abstecher zu Rettungsboot gemacht, die waren bestimmt auch ganz verwundert was ich denn so bei Ihnen will, gerade aus schwimmen sieht auf jeden Fall anders aus.
Nach der zweiten Boye geht's besser, ich besinne mich auch aufs schwimmen und wie der Armzug sein sollte. nun geht's auch einfacher gerade aus. Sehen tu ich immer noch nichts, die Brille ist beschlagen. Nur der große Sparkassenballon ist zu erkennen. Auf den halte ich zu. Immer schoen gleichmäßig ziehen, ist das heute anstrengend. Dann macht's Pfop und schon schwimm ich gegen das Absperrband, der Ausstieg ist 20 meter weiter rechts.

Jetzt gilt es den Anzug im Laufen zu öffnen und schon halb runter zu ziehen. Das Zugband des Reißverschlusses leistet hier gute Dienste. In der Wechselzone dann schnell due Beine runtergeholt und raus aus dem Teil - gung eigentlich ganz gut. Helm und Brülle auf, Schuhe an - "kannst Du mir mal bitte helfen, ich bekomme den Neo nicht auf" - also schnell den Reißverschluss aufgewürgt, ging wirklich schwer auf. Tricko übergeworfen und Rad geschnappt. Am Ausgang der Wechselzone rief mir dann ein Helfer zu, dass meine Kette runter ist. Zum Glück hat er gleich mein Rad gehalten, so dass ich die Kette wieder drauffummeln konnte. Da merkte ich also meinen ersten Fehler. Ich hatte beim einchecken nicht noch mal überprüft, ob die Kette drauf ist - dammisch noch mal. Das einklinken in die Pedale hat dann auch noch mal eine gefühlte Ewigkeit gedauert, aber dann ging's los. Speed machen und Rückstand aufholen. Zack, waren die ersten Zwei wieder überholt. Schnell ein paar Schluck getrunken - wie abscheulich, brüh warm das Zeugs. Und dann kam schon Fehler zwei. Vor lauter Tempomachen vergaß ich meinen ersten Energy Pack zu nehmen. Erst viel zu spät habe ich das Teil genommen und das Zweite dann ausgelassen. Was ich dann beim Laufen merkte. Aber egal. Der erste Anstieg stand an und der hatte es in sich. Alle waren am keuchen und der Drehzahlanzeiger im Gesicht stand im roten Bereich. Jeder überholte jeden und irgendwann waren wir oben. Auf der folgenden Abfahrt war dann Aug nicht wirklich Entspannung angesagt, da ich sonst den Anschluss verloren hätte. Beim überholen immer schön darauf achten, dass ich nicht im Windschatten bin, um keine Penalty zu kassieren. Auf dem Rückweg ging's nun den Anstieg andersherum rauf, was aber irgendwie einfacher war. Die letzte Abfahrt noch mal Tempo aufgenommen, um die Kurve rum und da war auch schon die Wechselzone. Ich schaffte es nicht mehr die Schuhe auszuziehen. Mein dritter Fehler, sich nicht die Radankunft anzusehen.

Der Wechsel klappte nun recht gut. Und schon war ich auf der Laufstrecke. Ein Zuschauer rief mir zu "Ist nimmer weit, hast's gleich geschafft." Man muss ich abgekämpft aussehen. So richtig Speed kann ich dann auch nicht wirklich aufnehmen. Es fällt mir heute verdammt schwer. Den Berg rauf denke ich mir auch warum nur ich mir das antue - komme auf die Lichtung, sehe den Tegernsee und die Alpen im Hintergrund - von da an geht's leichter, wenn auch nicht viel schneller. Der Regenschauer ist eine willkommene Abkühlung und lenkt ein wenig ab.

Auf den letzten Metern feuern mich noch Zuschauer an und rufen meinen Namen, das gibt noch mal neue Kraft. Und dann kommt auch schon mein Fanclub in Sicht und ich lege noch einen kleinen Zielsprint hin. Geschafft, war das anstrengend heute, ich bin platt und schneller ging's heute nicht. Tegernsee war schon mal eine ganz andere Hausnummer als München. Mit 1:32h liege ich so zwischendrin von Zufrieden und Enttäuschend. Hätte mir eigentlich eine Zeit besser als 1:30 vorgenommen, aber mehr war heute auch nicht drin. Naja, nächstes Jahr wird's besser. Eins weiss ich allerdings


Triathlon ist mein Sport



Meine Fehler im Detail:
- beim Check-in nicht überprüft, ob die Kette drauf ist
- beim einhängen des Vorderrads die Bremse nicht wieder auf Eng gestellt (sehr gefährlich)
- zu spät auf dem Rad die erste Verpflegung genommen und die zweite dann ausgelassen
- die Radankunft nicht angeschaut, daher nicht gewusst wann ich aus den Schuhen raus muss.
- zuviel bzw. zu schwer vor dem Wettkampf gegessen
- keine Orientierung beim Schwimmen
- kein sauberer Schwimmstiel, viel zu hektisch, nicht komplett sauber durchgezogen, total unruhig, keine saubere Beinarbeit