Heute nun stand mein zweiter Triathlon auf dem Programm. Dazu hatte ich mir den Tegernsee Triathlon ausgesucht, der laut Beschreibung sein kleiner, feiner und eher familiär zugehender Triathlon sein sollte. Dazu mit traumhafter Alpenkulisse, was will man mehr.
Um 6:20 ging's zu Hause los in Richtung Alpen. Diesmal hatte ich meinen eigenen Fanclub mit dabei, Irux und eine Freundin von uns. Beide waren noch recht müde und bedauerten bestimmt die Zusage des Mitkommens. Meine Sachen hatte ich schon am Vorabend ins Auto gepackt und so gings stressfrei los auf die Autobahn. In Tegernsee angekommen war dann ein Parkplatz auch schnell gefunden. Selbiger war schon stark befüllt mit den anderen Mitstreitern. Ein Blick zeigte, hier ging es deutlich professioneller zu als beim München Triathlon. Das konnte man sofort an der Ausstattung der Räder erkennen. Fast alle waren entweder reine Triathlon Räder oder zumindest mit Aero-Laufrädern und Aerolenker ausgestattet. Nicht unbedingt das, was man von einem familiären Triathlon erwartete. Beim genauen hinsehen waren dann aber doch das eine oder andere Strassenbike zu erkennen.
Naja nicht verzagen und Letzter werde ich schon nicht werden. Also Rad und Box für die Wechselzone unter den Arm geklemmt und erst mal die Startunterlagen abgeholt. Diese gab's im Zelt neben dem Zielbereich. Dann schnell die Aufkleber auf Rad und Helm geklebt, ui die werden aber schwer wieder runtergehen.
Beim Check-In gab's keine Probleme und meine Nummer in der Wechselzone war schnell gefunden. Also Rad abgestellt und die Sachen hinsortiert, den Ablauf noch mal durchgehen und fertig.
In dem Augenblick hatte ich schon zwei Fehler gemacht, wie ich später feststellen sollte.
Nun hieß es warten, bis die Sprintdistanz an der Reihe war. Daher hab ich mir den Start der Olympischen Distanz mit angeschaut und für mich entschieden, dass ich Links starten möchte.
Vorsichtig in den Neo gepresst und diesen gewässert, damit er besser sitzt. Und dann war es auch schon soweit. Der Schwimmeinstieg wurde geöffnet. Mein Fanclub wünschte mir noch viel Glück und auf ging's ins Wasser zum Einschwimmen.
Kurz vor dem Start dann links eingereiht. Man o Man bin ich nervös. Drei, Zwei, Eins .... der Spass beginnt. In der Seesuppe ist fast nichts zu sehen. Ca. 1m Sichtweite erlauben nur den Nachbarn zu erkennen. Wupp hab ich die erste Hand im Gesicht. Ich versuche etwas Abstand zu halten, plötzlich bin ich alleine. zuweist nach links gekommen, also wieder zurück zu den Massen. Dann schwimmt mir jemand quer über die Arme - kein Wunder habe ja auch senkrecht auf das Feld zugehalten.
Ich schaffe es nun irgendwie mich mit dem Feld zu bewegen. Der Schwimmer neben mir hat mein Tempo und ich passe auf ihn nicht wieder uu verlieren. Die Boje sehe ich nicht, wenn ich den Kopf aus dem Wasser hebe. Dazu scheint das Sichtfeld zu klein. Doch dann ist sie irgendwann zu erkennen und ich bin zu weit Links. Ein ganz schönes Gedränge um die Boye herum. Wusch den nächsten Arm im Gesicht und im Zick Zack zu nächsten Boje, kurz davor noch einen Abstecher zu Rettungsboot gemacht, die waren bestimmt auch ganz verwundert was ich denn so bei Ihnen will, gerade aus schwimmen sieht auf jeden Fall anders aus.
Nach der zweiten Boye geht's besser, ich besinne mich auch aufs schwimmen und wie der Armzug sein sollte. nun geht's auch einfacher gerade aus. Sehen tu ich immer noch nichts, die Brille ist beschlagen. Nur der große Sparkassenballon ist zu erkennen. Auf den halte ich zu. Immer schoen gleichmäßig ziehen, ist das heute anstrengend. Dann macht's Pfop und schon schwimm ich gegen das Absperrband, der Ausstieg ist 20 meter weiter rechts.
Jetzt
gilt es den Anzug im Laufen zu öffnen und schon halb runter zu ziehen.
Das Zugband des Reißverschlusses leistet hier gute Dienste. In der
Wechselzone dann schnell due Beine runtergeholt und raus aus dem Teil -
gung eigentlich ganz gut. Helm und Brülle auf, Schuhe an - "kannst Du
mir mal bitte helfen, ich bekomme den Neo nicht auf" - also schnell den
Reißverschluss aufgewürgt, ging wirklich schwer auf. Tricko übergeworfen
und Rad geschnappt.
Am Ausgang der Wechselzone rief mir dann ein Helfer zu, dass meine Kette
runter ist. Zum Glück hat er gleich mein Rad gehalten, so dass ich die
Kette wieder drauffummeln konnte. Da merkte ich also meinen ersten
Fehler. Ich hatte beim einchecken nicht noch mal überprüft, ob die Kette
drauf ist - dammisch noch mal. Das einklinken in die Pedale hat dann
auch noch mal eine gefühlte Ewigkeit gedauert, aber dann ging's los.
Speed machen und Rückstand aufholen. Zack, waren die ersten Zwei wieder
überholt. Schnell ein paar Schluck getrunken - wie abscheulich, brüh
warm das Zeugs. Und dann kam schon Fehler zwei. Vor lauter Tempomachen
vergaß ich meinen ersten Energy Pack zu nehmen. Erst viel zu spät habe
ich das Teil genommen und das Zweite dann ausgelassen. Was ich dann beim
Laufen merkte. Aber egal.
Der erste Anstieg stand an und der hatte es in sich. Alle waren am
keuchen und der Drehzahlanzeiger im Gesicht stand im roten Bereich.
Jeder überholte jeden und irgendwann waren wir oben. Auf der folgenden
Abfahrt war dann Aug nicht wirklich Entspannung angesagt, da ich sonst
den Anschluss verloren hätte. Beim überholen immer schön darauf achten,
dass ich nicht im Windschatten bin, um keine Penalty zu kassieren. Auf
dem Rückweg ging's nun den Anstieg andersherum rauf, was aber irgendwie
einfacher war. Die letzte Abfahrt noch mal Tempo aufgenommen, um die
Kurve rum und da war auch schon die Wechselzone. Ich schaffte es nicht
mehr die Schuhe auszuziehen. Mein dritter Fehler, sich nicht die
Radankunft anzusehen.Der Wechsel klappte nun recht gut. Und schon war ich auf der Laufstrecke. Ein Zuschauer rief mir zu "Ist nimmer weit, hast's gleich geschafft." Man muss ich abgekämpft aussehen. So richtig Speed kann ich dann auch nicht wirklich aufnehmen. Es fällt mir heute verdammt schwer. Den Berg rauf denke ich mir auch warum nur ich mir das antue - komme auf die Lichtung, sehe den Tegernsee und die Alpen im Hintergrund - von da an geht's leichter, wenn auch nicht viel schneller. Der Regenschauer ist eine willkommene Abkühlung und lenkt ein wenig ab.
Auf
den letzten Metern feuern mich noch Zuschauer an und rufen meinen
Namen, das gibt noch mal neue Kraft. Und dann kommt auch schon mein
Fanclub in Sicht und ich lege noch einen kleinen Zielsprint hin.
Geschafft, war das anstrengend heute, ich bin platt und schneller ging's
heute nicht. Tegernsee war schon mal eine ganz andere Hausnummer als
München. Mit 1:32h liege ich so zwischendrin von Zufrieden und
Enttäuschend. Hätte mir eigentlich eine Zeit besser als 1:30
vorgenommen, aber mehr war heute auch nicht drin. Naja, nächstes Jahr
wird's besser.
Eins weiss ich allerdings
Triathlon ist mein Sport
Meine Fehler im Detail:
- beim Check-in nicht überprüft, ob die Kette drauf ist
- beim einhängen des Vorderrads die Bremse nicht wieder auf Eng gestellt (sehr gefährlich)
- zu spät auf dem Rad die erste Verpflegung genommen und die zweite dann ausgelassen
- die Radankunft nicht angeschaut, daher nicht gewusst wann ich aus den Schuhen raus muss.
- zuviel bzw. zu schwer vor dem Wettkampf gegessen
- keine Orientierung beim Schwimmen
- kein sauberer Schwimmstiel, viel zu hektisch, nicht komplett sauber durchgezogen, total unruhig, keine saubere Beinarbeit


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